ADHS

Gerade in der heutigen Zeit ist ADHS vielen Leuten bekannt. Die Abkürzung steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung. Wenn die Hyperaktivität fehlt und das Kind nur unter Aufmerksamkeitsstörungen leidet, spricht man von ADS (Aufmerksamkeitsstörung).

Wichtig ist, dass nicht jedes Kind, das unkonzentriert und lebhaft ist unter ADHS leidet. Die Übergänge von Temperament zur Krankheit sind fließend und sollten von einem Kinderarzt mit ADS Erfahrung oder Kinder- und Jugendpsychiater diagnostiziert werden.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden schon uns allen bekannte Geschichten von Dr. H. Hoffmann geschrieben, deren Merkmale an AD(H)S erinnern, z.B. der Zappelphilipp oder Hans-Guck-in-die-Luft.

Seit 1932 existiert der Begriff "Hyperkinetische Erkrankung im Kindesalter". Im Laufe der Zeit gab es verschiedenste Namen für diese Auffälligkeiten, aber gerade durch die Medien ist die Bezeichnung "ADS" wohl am bekanntesten.

Bei ADHS wird eine verminderte Fähigkeit der Selbststeuerung beschrieben, die hauptsächlich in drei Bereichen auftreten:

  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
  • Ausgeprägte körperliche Unruhe und starker Bewegungsdrang (Hyperaktivität)
  • Impulsives, unüberlegtes Handeln

Experten gehen davon aus, dass Jungen drei- bis neunmal häufiger betroffen sind als Mädchen. Mädchen leiden eher unter dem ADS (ohne Hyperaktivität). Da diese verträumten, stillen und unaufmerksamen Kinder häufig nicht stören oder besonders auffallen, wird diese Diagnose weniger festgestellt.

Um eine ADHS Diagnose zu stellen, müssen die Verhaltensauffälligkeiten deutlich ausgeprägt sein, länger als sechs Monate bestehen, in mehreren Lebensbereichen auftreten, im Vorschulalter begonnen und von der altersgemäßen Entwicklung abweichen.

Aufgabe der Ergotherapie ist es, das Kind in seiner Handlungsfähigkeit zu unterstützen. Das beinhaltet vor allem die Organisation und Strukturierung der Handlung. Es werden zusätzlich mit Verhaltenstherapeutischen Elementen gearbeitet, z.B. materielle (Aufkleber, Büroklammern) oder soziale Verstärker (positive Zuwendung).

In speziell entwickelten Therapieprogrammen, wird den Kindern nahe gebracht, wie sie ihre inneren Erregungs- und Spannungszustände erkennen und positiv beeinflussen können.

Parallel dazu wird die Elternarbeit durchgeführt, damit diese das Kind in seinen schon vorhandenen Fähigkeiten unterstützen und den Alltag entsprechend strukturieren können. Das heißt die in der Ergotherapie erlernten Strategien werden ins häusliche Umfeld übertragen.